Unser Klimaschutzprojekt
Dass Klimaschutz ein relevantes Thema ist, hatten verschiedene Fachbereiche des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe und seiner Tochtergesellschaften bereits weit vor dem Start des Klimaschutzprojektes (im Februar 2024 erkannt) auf dem Schirm. Wie aus den bereits vorhandenen fachlichen Bemühungen ein strategischer Ansatz wurde, erfahren Sie online.
Zunächst wird dargestellt, wie aus den bereits vorhandenen fachlichen Bemühungen ein strategischer Ansatz wurde. Danach wird der Projektablauf skizziert, von der ersten Treibhausgasbilanzierung über eine Potenzialanalyse und Szenarienentwicklung bis hin zur Ableitung von Zielen und Maßnahmen. Des Weiteren werden die Projekt-begleitenden Formate und Quick-Win-Projekte während der Laufzeit vorgestellt. Abschließend findet sich ein Fazit, was für Lehren aus dem Projekt, das verschiedene Nachhaltigkeitsziele –
v. a. aber das 13. – adressiert, gezogen wurden.
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Projektablauf und Ergebnisse
An dieser Stelle wird der Ablauf des Erstvorhabens geschildert und es werden die Ergebnisse der Treibhausgasbilanzierung für das Referenzjahr 2023 vorgestellt.
Zusammenfassung des Projektablaufs und der Ergebnisse
Im Rahmen des zweijährigen Projekts „Erstvorhaben Klimaschutzkonzept und Klimaschutzmanagement“, das über die Kommunalrichtlinie gefördert wird (FKZ: 67K22670), wurde ein umfassendes Klimaschutzkonzept für den DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e.V. und seine Tochtergesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung erstellt. Ziel war es, den die unternehmensweiten Emissionen zu analysieren und zukünftige Handlungsstrategien zu entwickeln. Das Projekt wurde gemäß den förderrechtlichen Vorgaben und unter Einbeziehung externer Experten, den Energielenkern aus Münster, durchgeführt.
Projektablauf:
Zu Beginn des Projekts wurde eine Ist-Analyse des CO₂-Fußabdrucks der beteiligten Gesellschaften durchgeführt. Hierfür wurde der Endenergieverbrauch und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen erhoben, wobei Bereiche wie Liegenschaften, Fuhrpark, Dienstreisen und Arbeitswege sowie Stromerzeugung nach dem Greenhouse Gas Protocol analysiert wurden. Die Erhebung der Daten erfolgte in Zusammenarbeit mit den Klimaschutzbeauftragten der beteiligten Gesellschaften. Im Anschluss erfolgte eine detaillierte Auswertung der Daten und die Berechnung der Treibhausgasemissionen mittels einer spezialisierten Softwarelösung der Energielenker.
Ergebnisse:
Die Gesamtauswertung der Daten ergab für das Jahr 2023 einen Gesamt-Endenergieverbrauch von 17.161 MWh, was nach Multiplikation mit den entsprechenden Emissionsfaktoren 5.505 Tonnen an CO₂-Äquivalenten (CO₂e) entspricht. Die Emissionen verteilten sich wie folgt:
75 % auf Liegenschaften bzw. Gebäude,
17 % auf Arbeitswege,
6 % auf den Fuhrpark,
2 % auf Dienstreisen.
Darüber hinaus wurde eine Potenzialanalyse durchgeführt, um mögliche Reduktionsansätze für die Bereiche zu identifizieren. In einer Szenarienentwicklung wurde modelliert, wie sich die Emissionen bis 2045 entwickeln werden: Ein Referenzszenario, in dem keine Veränderungen vorgenommen werden, wurde einem Klimaschutzszenario gegenübergestellt, das Maßnahmen zur Emissionsminderung gemäß den ausgemachten Potenzialen umfasst.
Basierend auf diesen Analysen wurden konkrete Ziele und Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen abgeleitet. Die Maßnahmen wurden am Fachtag im März 2025 erarbeitet und gingen teilweise über die initial erhobenen Handlungsfelder hinaus. Zu beachten ist, dass es Limitationen im Projekt gab, da aufgrund der komplexen Strukturen und fehlender Daten nur ein Teil des gesamten THG-Fußabdrucks erfasst werden konnte.
Fazit:
Das Klimaschutzkonzept bietet eine fundierte Grundlage für den DRK-Landesverband und seine Tochtergesellschaften, um konkrete Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und die Emissionen nachhaltig zu reduzieren, gemäß dem Slogan: „Gemeinsam im Sinne der Menschlichkeit für das Klima, weil Klimaschutz auch Menschenschutz ist.“ Die Ergebnisse der Energielenker halfen dabei, praxisnahe und zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln, die langfristig einen positiven Einfluss auf den CO₂-Fußabdruck haben werden.
Partizipation bzw. begleitende Formate
Im Rahmen des zweijährigen Klimaschutzprojektes gab es verschiedene Beteiligungsoptionen und Formate, um Inhalte gemeinschaftlich zu erarbeiten.
Die Beteiligung von Mitarbeitenden des Landesverbandes und seiner Tochtergesellschaften ist entscheidend, um Akzeptanz und Engagement für praxisinformierte Klimaschutzmaßnahmen zu fördern. Deshalb wurden bereits zum Projektbeginn an verschiedene Beteiligungsformate eingeführt, basierend auf bewährten Methoden des DRK-Landesverbandes Nordrhein.
Die Projektgruppe besteht aus sieben Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen wie Hausverwaltung, IT, Haustechnik und Geschäftsführung des DRK-Tagungshotels. Sie trifft sich seit Mai 2024 in einem dreimonatigen Rhythmus, um projektrelevante Themen zu besprechen und schnell umsetzbare „Quick Win“-Projekte zu entwickeln. Im Zuge dessen wurden verschiedene Dinge besprochen und angestoßen, wie bspw. das Herunterfahren der Heizungsanlage im Sommer, der Umstieg auf 100% Ökostrom, energiesparende IT-Geräte und neue energiesparende Waschmaschinen. Diese während der Laufzeit umgesetzten, niedrigschwelligen Maßnahmen zeigen, wie durch regelmäßigen Austausch Schnittstellen erkannt und schnelle Erfolge erzielt werden können, die für alle sichtbar sind.
Die Sounding Boards sind ein weiteres Beteiligungsformat, bei dem sich Klimaschutzbeauftragte (KSB) der Landesverbands-Abteilungen und Tochtergesellschaften online treffen. Die Treffen finden ebenfalls vierteljährlich statt. Sie dienen dazu, den aktuellen Projektstand zu vermitteln und die KSB aktiv in die Weiterentwicklung des Projektes einzubeziehen. Die KSB sind in ihren Bereichen Ansprechpartner*innen für Klimaschutzthemen und unterstützen bei Datenerhebungen und der Weiterleitung von Klimanews.
Die Halbzeitumfrage via UmfrageOnline ergab, dass neun von 14 befragten Gesellschaften bereits Fortschritte im Klimaschutz erkennen, etwa durch energiesparendes Server-Management, pflanzenreichere Kantinenangebote oder den Bezug von Ökostrom. Alle Befragten befürworteten die weitere Verankerung des Themas Klimaschutz in den Verbandsstrukturen, da dies gesellschaftlich und ökologisch notwendig ist und die betriebliche Fürsorge verbessert. Gleichzeitig wurde der Bedarf an zusätzlichen Ressourcen für Finanzierung, Koordination und Umsetzung betont. Einige forderten klarere Vorgaben vom Landesverband sowie mehr Zeit und Wissenstransfer, während andere mehr Engagement und Unterstützung durch Führungskräfte wünschten.
Neben Projektgruppe und Sounding Boards gab es weitere Beteiligungsformate: Ein monatliches Lenkungsteam mit dem Vorstand bespricht wichtige Entscheidungen. Mitarbeitende werden durch Veranstaltungen, interne Informationsformate und die monatlichen Klimanews regelmäßig eingebunden. Auch das Ehrenamt wurde berücksichtigt, z. B. durch Unterstützung von Freiwilligen- und Ehrenamtstagen sowie Fortbildungen zum Klimaschutz.
Zusätzlich erfolgte Vernetzung in verschiedene Richtungen, z. B. mit anderen Klimaschutzmanager*innen über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI). Auf lokaler Ebene fanden Gespräche mit der Fachhochschule Münster und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) statt.
Darüber hinaus wirkt das Klimaschutzmanagement aktiv in Arbeitsgruppen des DRK-Bundesverbandes und der Landesarbeitsgemeinschaft Freier Wohlfahrtsverbände NRW mit. Ziel ist u.a. die Förderung gesetzlicher Refinanzierungsmaßnahmen für Klimaschutz.
Quick Wins bzw. umgesetzte Maßnahmen
Innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit wurden mithilfe der Projektgruppe verschiedene Quick Wins – d. h. Projekte mit messbarer Wirkung – in den verschiedenen Handlungsfeldern umgesetzt.
Orientiert an der Good Practice des DRK-Landesverbandes Nordrhein e.V., trifft sich unsere begleitende Projektgruppe seit Mai 2024 quartalsweise. Sie besteht aus Expert*innen des DRK-Campus – des Landesverbandes, des Tagungshotel und der BBS – für verschiedene Fachbereiche mit Bezug zu den Handlungsfeldern: Management, Hausverwaltung und -technik sowie IT. Durch die Umsetzung von Quick Wins – schnellumsetzbare, sichtbare Projekte mit Wirkung – wurden bereits im Tagesgeschäft während der Konzeptphase erste Erfolge erzielt.
Die Quick Wins wurden aus der Praxis generiert und es wurde darauf geachtet, dass sie zum anvisierten gesamten Change-Prozess passen.
Beispiele für umgesetzte Quick Wins (Fachbereich bzw. verantwortende Stelle, Zeitpunkt):
Drosselung der Serverleistungen (IT, März 2024): Durch die Reduktion der Serverleistungen außerhalb der Stoßzeiten konnte der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden.
Heizungsanlage im Sommer abgeschaltet (Haustechnik, August 2024): Durch die Abschaltung der Heizungsanlage in den Sommermonaten wurde der Energieverbrauch reduziert.
Energiesparende Waschmaschinen und Trockner (DRK-Tagungshotel, August 2024): Die Installation von energiesparenden Geräten führte zu einer Reduktion des Energieverbrauchs.
Digitalisierung des Weihnachtskartenversands (Kommunikation, November 2024): Die Umstellung auf digitale Weihnachtskarten sparte Papier sowie Porto und reduzierte den ökologischen Fußabdruck.
Regulierung der Heizungsanlage (Haustechnik, November 2024): Die Heizungssteuerung wurde optimiert, um Energie während des Tages effizienter zu nutzen.
Energieeffiziente IT-Geräte (IT, Dezember 2024): Einführung einer IT-Beschaffungsrichtlinie für Geräte mit maximal 15 Watt Stromverbrauch.
Wechsel zu Ökostrom (Hausverwaltung, Januar 2025): Der DRK-Campus, die BBS und das Logistikzentrum Nottuln beziehen nun 100% Ökostrom.
Blühwiese mit Insektenhotel (KSM, April 2025): Förderung der Biodiversität durch Schaffung einer Blühwiese mit Insektenhotel vor der Landesgeschäftsstelle.
Shared Desk(top)-Konzept (IT, Juli 2025): Entwicklung eines flexiblen Arbeitsplatzmodells zur besseren Nutzung von Büroflächen.
Fazit:
Die Quick Wins haben nicht nur zur Einsparung von Emissionen und Ressourcen geführt, sondern auch zu effizienteren Prozessen und Kostensenkungen. Die Maßnahmen verdeutlichen, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und pragmatische Lösungen innerhalb kurzer Zeit erste Ergebnisse erzielt werden konnten. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Projekte zeigt, wie wichtig regelmäßiger Austausch und das Identifizieren von Synergien sind, um konkrete, sichtbare Veränderungen zu bewirken.
Lessons Learned
Unser Fazit zum Ende des zweijährigen Erstvorhabens und Hinweise auf zu vermeidende Fallstricke bei einem vergleichbaren strategischen Vorgehen.
Lessons learned: Aufbau eines strategischen Klimaschutzmanagements
Der Aufbau eines strategischen Klimaschutzmanagements stellt Organisationen vor komplexe Herausforderungen. Das Erstvorhaben zielte darauf ab und stand zu Anfang vor der Aufgabe sich mit der Erhebung und Auswertung von Treibhausgasdaten für den DRK-Landesverband und seine Tochtergesellschaften zu befassen, um den emissionstechnischen Ist-Stand bzw. den eines Referenzjahres (hier: 2023) zu generieren, um daraus Ziele und Maßnahmen abzuleiten. Im nachstehenden werden Herausforderungen und Limitationen dargestellt, die während des Prozesses auftraten. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten wertvolle Einblicke für die Weiterentwicklung von Klimaschutzstrategien und die Optimierung zukünftiger Projekte.
1. Limitationen der Datenerhebung
Ein zentraler Aspekt des Projekts war die Datenerhebung für die zu bilanzierenden Bereiche, auf die sich praxisinformiert verständigt wurde: Liegenschaften, Fuhrpark, Dienstreisen und Arbeitswege sowie Stromerzeugung. Vor Beginn des Projekts lagen in den dezentral organisierten Strukturen keine umfassenden Daten vor. Zu den Arbeitswegen lagen keine vor, weshalb eine Umfrage im Jahr 2024 notwendig war, um eine Datengrundlage zu schaffen. Die Umfrage zu den Arbeitswegen wurde während der Sommermonate 2024 durchgeführt, was das Referenzjahr verzerrte sowie die Teilnahme aufgrund von Urlaubszeiten erschwerte und zu zeitlichen Verzögerungen führte.
Die Rückläufer waren wegen schwankender Beteiligung nicht über alle Gesellschaften hinweg repräsentativ, weswegen die Ergebnisse der Umfrage auf Basis von den Erfassungsbögen von drei Gesellschaften hochgerechnet wurden, um die Emissionen der Arbeitswege zu berechnen. Aufgrund der heterogenen Strukturen und Bedingungen der Gesellschaften war es jedoch schwierig, diese Daten auf die gesamte Mitarbeiterschaft hochzurechnen. Die Hochrechnung der Emissionen von 1.000 Vollzeitäquivalenten auf die Gesamtbelegschaft von rund 3.240 Mitarbeitenden basierte auf der Annahme, dass die ausgewertete Stichprobe repräsentativ ist. Diese Annahme erwies sich jedoch als problematisch, da sie nicht alle Variablen der verschiedenen Gesellschaften und Arbeitszeitmodelle berücksichtigte.
Eine entscheidende Lektion aus dieser Erfahrung war die Bedeutung einer genauen und umfassenden Datenerhebung. Eine detaillierte und gleichmäßige Datensammlung aus allen Bereichen ist für die Genauigkeit der Treibhausgasbilanz unerlässlich.
2. Organisatorische und strukturelle Herausforderungen
Neben den datentechnischen Herausforderungen gab es auch organisatorische und strukturelle Schwierigkeiten, die den Projektverlauf beeinflussten. Das Projekt umfasste einen großen organisatorischen Rahmen, der verschiedene Gesellschaften des DRK mit unterschiedlichen Leistungsbereichen – von Verwaltung über Beratung bis hin zu einer Kinderklinik – und deren spezifische Anforderungen und Kapazitäten berücksichtigen musste. Die sich freiwillig engagierenden Mitarbeitenden beider Beteiligungsformate konnten das Klimaschutzprojekt bzw. das neue Querschnittsthema häufig nur „on top“ zum Tagesgeschäft unterstützen.
Besonders herausfordernd war der Umstand, dass es sich bei Klimaschutz um ein komplexes und polarisierendes Thema handelt. Projektmeilensteine oder klimafreundliches Verhalten von Mitarbeitenden führte oft zu keinen unmittelbaren, spürbaren Ergebnissen, was neben der Komplexität und der vorhandenen Kapazitäten die Motivation und Beteiligung erschwerte.
Ein weiteres strukturelles Problem ergab sich durch die geteilte Nutzung von Fuhrparks oder Gebäuden ohne Zwischenzähler durch verschiedene Gesellschaften. Besonders auf dem DRK-Campus in Münster, wo verschiedene Abteilungen in denselben Gebäuden untergebracht sind, fehlte es an präzisen Daten zur Zuordnung des Energieverbrauchs. In einigen Fällen mussten Annahmen oder Hochrechnungen zur Berechnung von Strom- und Wärmeverbrauch getroffen werden, was die Genauigkeit der Daten beeinflusste.
Diese Erfahrungen zeigten die Notwendigkeit, die organisatorischen Strukturen und den internen Datenaustausch zu verbessern, um eine konsistente und genaue Datenerhebung zu ermöglichen. Für zukünftige Projekte ist es entscheidend, klare Verantwortlichkeiten und geeignete Systeme zur Erfassung und Zuweisung von Verbrauchsdaten zu etablieren.
3. Zeitliche und methodische Herausforderungen
Die zeitlichen Rahmenbedingungen stellten eine weitere Herausforderung dar. Die Energiedaten für das Jahr 2023 wurden als Referenzjahr festgelegt, da es das erste vollständige Jahr nach den Corona-Beschränkungen war und alle Abrechnungen zu diesem Zeitpunkt vorliegen sollten. Allerdings bezogen sich die Arbeitswegedaten auf das Jahr 2024, da diese erst nachträglich erhoben werden mussten. Diese Unstimmigkeit zwischen den Jahren machte es schwierig, eine kohärente und vollständige Bilanz zu erstellen.
Darüber hinaus gab es auch methodische Herausforderungen, insbesondere bei der Erhebung von Fuhrpark- und Dienstreisedaten. Die Unterscheidung zwischen den Bilanzierungsbereichen war nicht immer eindeutig, und es fehlten detaillierte Angaben, etwa zu den Antriebsarten der privaten Fahrzeuge, die von Mitarbeitenden für Dienstreisen genutzt wurden. Diese Lücken führten zu Verzerrungen in den Emissionsberechnungen, die berücksichtigt werden müssen.
Die Erfahrungen in Bezug auf zeitliche und methodische Limitationen verdeutlichten die Bedeutung einer sorgfältigen Planung und klaren Definition von Bilanzierungsgrenzen zu Beginn des Projekts. Für zukünftige Klimaschutzinitiativen ist es wichtig, von Anfang an festzulegen, welche Daten benötigt werden und wie diese über verschiedene Jahre und Gesellschaften hinweg konsistent erhoben werden können.
4. Verbesserungspotenziale und zukünftige Perspektiven
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Datengrundlage, die im Rahmen dieses Projekts erstellt wurde, durch die genannten Limitationen beeinträchtigt wurde. Obwohl die Daten nach bestem Wissen und Gewissen erhoben wurden, besteht hinsichtlich der Datenqualität und -vollständigkeit noch erhebliches Verbesserungspotenzial, ebenso wie hinsichtlich des Umfangs der bilanzierten Bereiche bzw. Handlungsfelder. Die Schwierigkeiten bei der Erhebung und Auswertung der Daten haben gezeigt, wie komplex und vielschichtig Klimaschutzmanagement in großen, dezentralisierten Organisationen ist.
Die wichtigsten Lessons learned aus diesem Projekt sind die Notwendigkeit, eine kontinuierlich und vollständige Datenerhebung und Verwaltung sicherzustellen, die Bedeutung eines klaren organisatorischen Rahmens und die Notwendigkeit, methodische Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und anzugehen. In zukünftigen Projekten könnte der Fokus auf einem integrierten Datenmonitoring-System liegen, das eine kontinuierliche Erhebung und Auswertung der relevanten Klimadaten ermöglicht und die Grundlage für fundierte Entscheidungen bildet.
Die Verstetigungsstrategie, die im späteren Verlauf des Projekts erarbeitet wird, wird diese Erkenntnisse aufgreifen und Maßnahmen zur Verbesserung der Datenerfassung und -analyse sowie zur Integration von Klimaschutz in die tägliche Arbeit der Organisation vorschlagen, erste Ansätze dazu finden sich im Controllingkapitel des Klimaschutzkonzeptes. Ein effektives Klimaschutzmanagement muss nicht nur auf kurzfristige Projekte beschränkt sein, sondern in die langfristige Struktur und Kultur der Organisation integriert werden.