Kooperation zwischen dem DRK-Kreisverband Borken e.V. und dem Türkischen Roten Halbmond, Türk Kizilay Izmir-Bornova

Nach einiger Voarbeit haben am 21. Januar 2019 der DRK-Kreisverband Borken e. V. und der Verband des Türkischen Roten Halbmonds aus Izmir-Bornova in Berlin unter Beteiligung der Vorsitzenden der jeweiligen Nationalen Rotkreuz- bzw. Rothalbmondgesellschaften eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Diese beinhaltet die Zusammenarbeit und den Austausch zur Weiterentwicklung der Rotkreuzarbeit und der Rothalbmondarbeit.

Der Stadtverband Izmir (externer Link) ist der älteste Verband der Türkei. Er wurde 1912 gegründet. Vorsitzender des Stadtverbandes Izmir ist Kerem Fahri Baykalmiş. In vielen unterschiedlichen Kampagnen, aber auch aus dem Bedarf und den Notsituationen heraus, hat der Verband im 2. Halbjahr 2018 bis ca. Februar 2019 mit den ehrenamtlich Aktiven über 100 000 Menschen in Izmir helfen können. Eine besondere Aktion über die Wintermonate 2018/2019 war der tägliche Einsatz eines Spezialfahrzeugs in den sozialen Brennpunkten der Stadt, um Bedürftigen warme Suppen auszuteilen. Allein durch diese Aktion konnten über 30 000 Menschen geholfen werden.

Projekte in der Region Bornova und Informationen zum Türk Kizilay Izmir-Bornova

Kleiderladen

Die Herausforderung für die Versorgung von Bedürftigen mit Essen und Kleidung ist eine Aufgabe, der sich der Kaymakan der Region Bornova, Fatih Genel, stellt. Aus diesem Grund wurde u. a. ein Kleiderladen durch ihn eingerichtet, in dem Bedürftige mit Bezugsscheinen Neuwaren beziehen können. Rund 12 000 Familien können dort mit Kleidung versorgt werden. Der Kleiderladen wird durch die Kommune betrieben. Er ist in einem großzügigem Ladenlokal mit einer guten Auswahl in wertschätzendem Erscheinungsbild.

Sozialer Supermarkt - Dost Market

Mit Hilfe der Gida Bank und der Stadt betreibt der Stadtverband des Türkischen Roten Halbmondes in Izmir Bornova seit fünf Jahren vier Supermärkte.
Die Supermärkte haben ein Sortiment von ca. 600 Waren, die in guter Qualität und Ordnung präsentiert werden. Das Einkaufen erfolgt bargeldlos per Chipkarte. Bedürftige erhalten über die Kommune je nach Bedürftigkeit Punkte, die auf die Karte geladen werden. Die rund 6 000 Familien bzw. 30 000 Personen, die sich mit diesem System versorgen können, wählen dann selbstbestimmt Ihren Warenkorb aus.

Down-Café

In Bornova leben rund 450 000 Menschen, davon rund 80 000 Student*innen.  Das sog. "Down-Café" ist eine sozialen Einrichtung für bedürftige Student*innen, in der junge Menschen mit Down-Syndrom arbeiten können. Dieses sehr erfolgreiche Projekt der Stadt ist mittlerweile ein fester Bestandteil für die Menschen und ein bedeutender Aspekt der Teilhabe der dort einbezogenen Familien geworden.

Blutspendezentrum „Ege Bölge Kan Merkezi“

Die Blutspende in der Türkei wird zentral aus Ankara organisiert. Das Zentrum in Izmir versorgt mit 24 Ärzten, 65 Krankenschwestern und weiteren ca. 270 Mitarbeitenden eine Region (Manisa, Izmir, Aydin) mit 93 Krankenhäuser und rund 8,5 Mio. Einwohner*innen. In den Jahren 2009 bis 2019 ist es gelungen, die Anzahl der Blutspenden um das 10-fache zu steigern. Mit einem breit aufgesetztem Konzept, bestehend aus Fortbildungen, Informationsveranstaltungen und Kampagnen wurde eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht. Das Gebäude und die Technik des Blutspendezentrums entsprechen modernen, westeuropäischen Standards. Die Maschinen sind neuwertig und die Produktion sehr profesionell und über mehrere westliche Qualitätsstandards zertifiziert.

Eine Besonderheit der Blutspendeorganisationen des Türk Kizilay  ist die Knochenmark-Typisierung. In einer Datenbank, die sich noch im Aufbau befindet, sind bereits 400 000 Menschen registriert. Davon kommen 49 000 aus der Region Izmir.

Katastrophenschutz

Der Katastrophenschutz des Türk Kizilay ist ebenfalls zentral über den Verband in Ankara organisiert. Leiter des Zentrums ist Atila Catabay. Von Izmir aus erfolgt die Versorung für 11 Regionen mit rund 13,5 Mio. Einwohner*innen in der südwestlichen Türkei, ein Gebiet mit einer Ausdehnung von rund 600 km von Ost nach West und 300 km von Nord nach Süd. Mit rund 35 hauptamtlichen Mitarbeitenden des Türk Kizilay arbeiten im Katastrophenfall Hunderte von Ehrenamtlichen und dem staatlichen technischen Hilfswerk (AFED) Hand in Hand zusammen. Die Hauptaufgaben des Türk Kizilay bestehen in der Verpflegung und der Behausung von Personen. Da das Gebiet um Izmir zu den erdbebenreichsten Flächen im Raum der Ägäis gehört, ist das Katastrophenschutzzentrum gut ausgestattet.
Auf rund 15 Hektar befindet sich neben einem Verwaltungstrakt eine Halle mit rund 2 000 qm Regale für folgende Materialien: 4 595 Zelte, 17 700 Decken, 7 123 Betten, 3 826 Küchen-Sets, 2 081 Öfen.

Insgesamt gibt es  acht dieser Zentren in der Türkei. Die Katastrophen werden fünf Risikobereichen zugeordnet: Hagel, Wasser, Erdbeben, Sturm und Waldbrand.

Delegation des DRK-Kreisverbandes Borken e.V. und des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e. V. zu Besuch in Izmir

Die Delegation aus Westfalen-Lippe, hier u.a. mit Ercan Tan, dem Vizepräsidenten des Türk Kizilay, Fahrettin Dokak, erster Vorsitzender,
und Erdogan Cicek, zweiter Vorsitzenden des Türk Kizilay Bornova.

Teilnehmer*innen: Aloys Eiting, Vorsitzender des Präsidiums DRK-Kreisverband Borken e.V ., Sandra Cichon, stellv. Präsidiumsvorsitzende DRK-Kreisverband Borken e.V .,Jürgen Puhlmann, Vorstand DRK-Kreisverband Borken e.V ., Nilgün Özel, Vizepräsidentin DRK- Landesverband Westfalen Lippe e.V ., Dr. Hasan Sürgit, Vorsitzender des Vorstandes DRK-
Landesverband Westfalen Lippe e.V.

Vom 14.02.2019 bis zum 17.02.2019 folgte eine Delegation des DRK-Kreisverbandes Borken und des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe der Einladung zu einem Besuch im türkischen Izmir, um die Absicht der Zusammenarbeit zu bekräftigen.

Foto: Die Delegation aus Westfalen-Lippe (Aloys Eiting, Präsident DRK-Kreisverband Borken, Sandra Cichon, Vizepräsidentin DRK-Kreisverband Borken, Jürgen Puhlmann, Vorstand DRK-Kreisverband Borken, Nilgün Özel, Vizepräsidentin DRK- Landesverband Westfalen Lippe, Dr. Hasan Sürgit, Vorsitzender des Vorstandes DRK-Landesverband Westfalen Lippe), hier u.a. mit Ercan Tan, dem Vizepräsidenten des Türk Kizilay, Fahrettin Dokak, erster Vorsitzender, und Erdogan Cicek, zweiter Vorsitzenden des Türk Kizilay Bornova. 

Delegation des Türkischen Roten Halbmondes aus Izmir besuchte DRK-Landesverband in Münster

Foto: Tobias Exner
(ab 5. v.li.) Dr. Fritz Baur (Präsident DRK-LV Westfalen-Lippe), Kerem Fahri Baykalmiş (Vorsitzender THR-Stadtverband Izmir), Nilgün Özel (Vizepräsidentin DRK-LV Westfalen-Lippe), Heinz-Wilhelm Upphoff (Vizepräsident DRK-LV Westfalen-Lippe), (2.v.re.) Dr. Hasan Sürgit (Vorstandsvorsitzender DRK-LV Westfalen-Lippe),(4.v.li.) Jürgen Puhlmann (Vorstand DRK-Kreisverband Borken), (li.) Monika van der Beek (Leiterin DRK-Institut für Bildung und Kommunikation)

Am 11.10.2019 begrüßte Dr. Fritz Baur, Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, die Delegation - angeführt vom Vorsitzenden des TRH-Stadtverbandes Izmir, Kerem Fahri Baykalmiş - und den Vorstand des DRK-Kreisverbandes Borken, Jürgen Puhlmann, in der DRK-Landesgeschäftsstelle in Münster. Dort tauschten sie sich mit dem Landesverbandspräsidenten Dr. Fritz Baur, der Vizepräsidentin Nilgün Özel, dem Vizepräsidenten Heinz-Wilhelm Upphoff, dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Hasan Sürgit und den Abteilungs- und Stabsstellenleitungen des Landesverbandes über aktuelle Themen des Türkischen Roten Halbmondes und des Deutschen Roten Kreuzes aus.  Weitere Informationen

Foto: (ab 5. v.li.) Dr. Fritz Baur (Präsident DRK-LV Westfalen-Lippe), Kerem Fahri Baykalmiş (Vorsitzender THR-Stadtverband Izmir), Nilgün Özel (Vizepräsidentin DRK-LV Westfalen-Lippe), Heinz-Wilhelm Upphoff (Vizepräsident DRK-LV Westfalen-Lippe), (2.v.re.) Dr. Hasan Sürgit (Vorstandsvorsitzender DRK-LV Westfalen-Lippe),(4.v.li.) Jürgen Puhlmann (Vorstand DRK-Kreisverband Borken), (li.) Monika van der Beek (Leiterin DRK-Institut für Bildung und Kommunikation)