Von operativen Ansätzen hin zum strategischen

Dass Klimaschutz ein relevantes Thema ist, hatten verschiedene Fachbereiche des Landesverbandes und seiner Tochtergesellschaften bereits weit vor dem Start des Klimaschutzprojektes (im Februar 2024) auf dem Schirm. Wie aus den bereits vorhandenen fachlichen Bemühungen ein strategischer Ansatz wurde, wird im Nachfolgenden skizziert.
Strategischer Ansatz
Anfang 2022 wurde das Thema im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e.V. als strategisches Zukunftsthema erkannt. Hierfür gab es vielfältige Gründe: Nicht nur die eindeutigen wissenschaftlichen Belege für den menschengemachten Klimawandel, sondern auch das sich Berufen auf die Grundsätze des Roten Kreuzes – mit Menschlichkeit als höchstem Ziel – und unser Katastrophenschutzauftrag. Mit letzterem geht einher, dass Ehrenamtliche nach Klimafolgen – wie bspw. Hochwasser durch Starkregen verursacht – ausrücken, um Betroffene vor Ort zu unterstützen. Kurz darauf wurde sich im Präsidium – unserem höchsten ehrenamtlichen Gremium auf Landesverbandsebene – dafür ausgesprochenen einen Antrag zu stellen, um sich über Kommunalrichtlinie gefördert mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ziel des zweijährigen Förderschwerpunktes „4.1.8a: Erstvorhaben Klimaschutzkonzept und Klimaschutzmanagement“, ist es ein integriertes Klimaschutzkonzept zu erstellen. In unserem Fall sollte dies für den Landesverband und seine Tochtergesellschaften erfolgen. Das Vorgehen hierfür war bereits von Seiten der Projektträgerin Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) vorgegeben: Zunächst wurde eine Ist-Analyse durchgeführt, um zu ermitteln, wie groß der Treibhausgas-Fußabdruck des Landesverbandes und seiner Tochtergesellschaften ist bzw. wo wir diesbezüglich im Referenzjahr 2023 standen. Daran schloss sich mithilfe des externen Dienstleisters – Energielenker – eine Potenzialanalyse an, zur Ermittlung was in den bilanzierten Bereichen möglich wäre, ebenso wie eine Szenarienentwicklung zur Modellierung der Emissionen bis 2045. Letztendlich wurden davon Ziele und Maßnahmen abgeleitet, die das Rahmengerüst des standardisierten Vorgehens komplettierten.
Operative Bemühungen vor dem Projektstart
Doch was war nun schon vor Projektbeginn da, an das man anknüpfen konnte? In 85,71 Prozent der Gesellschaften (Betrachtung auf Ebene des Landesverbandes und seiner dreizehn Tochtergesellschaften) wurden laut einer Umfrage im Projektkontext die Themen Umwelt- und Klimaschutz bereits vor dem Projektstart bei Entscheidungen berücksichtigt. Zum Teil jedoch nur untergeordnet, weil diese auch als wirtschaftlich rentabel galten. Lediglich zwei Tochtergesellschaften hatten angegeben, dass Umwelt- und Klimaschutz vor dem Projektstart noch nicht berücksichtigt wurden. Die bereits erfolgten Aktivitäten reichten von der umwelt-/klimafreundlicher Beleuchtung – z. B. durch LED – über Erneuerbare Energien zur Stromerzeugung bei 46,15 Prozent bis hin zur Berücksichtigung bei der Beschaffung bei 30,77 Prozent, worunter bspw. der Bezug von Lebensmitteln von regionalen Zulieferern genannt wurde. Darüber hinaus fand das Thema Klimaschutz – bzw. übergeordnet Nachhaltigkeit – auch in verschiedenen Fachbereichen des Hauses inhaltliche Berücksichtigung, wie bei der JRK-Kampagne Klimahelfer, dem Workshop „Nachhaltigkeit is(s)t besser“ oder beim Freiwilligen- und Ehrenamtstag 2023, der unter dem Motto „Ziele Nachhaltiger Entwicklung“ stand.
Projektablauf und Ergebnisse
An dieser Stelle wird der Ablauf des Erstvorhabens geschildert und es werden die Ergebnisse der Treibhausgasbilanzierung für das Referenzjahr 2023 vorgestellt.
Zusammenfassung des Projektablaufs und der Ergebnisse
Im Rahmen des zweijährigen Projekts „Erstvorhaben Klimaschutzkonzept und Klimaschutzmanagement“, das über die Kommunalrichtlinie gefördert wird (FKZ: 67K22670), wurde ein umfassendes Klimaschutzkonzept für den DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e.V. und seine Tochtergesellschaften mit Mehrheitsbeteiligung erstellt. Ziel war es, die unternehmensweiten Emissionen zu analysieren und zukünftige Handlungsstrategien zu entwickeln. Das Projekt wurde gemäß den förderrechtlichen Vorgaben und unter Einbeziehung externer Experten, den Energielenkern aus Münster, durchgeführt.
Projektablauf
Zu Beginn des Projekts wurde eine Ist-Analyse des Treibhausgas (THG)-Fußabdrucks der beteiligten Gesellschaften durchgeführt. Hierfür wurde der Endenergieverbrauch und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen erhoben, wobei Bereiche wie Liegenschaften, Fuhrpark, Dienstreisen und Arbeitswege sowie Stromerzeugung nach dem Greenhouse Gas Protocol analysiert wurden. Die Erhebung der Daten erfolgte in Zusammenarbeit mit den Klimaschutzbeauftragten der beteiligten Gesellschaften. Im Anschluss erfolgte eine detaillierte Auswertung der Daten und die Berechnung der Treibhausgasemissionen mittels einer spezialisierten Softwarelösung der Energielenker.
Ergebnisse
Die Gesamtauswertung der Daten ergab für das Jahr 2023 einen Gesamt-Endenergieverbrauch von 17.161 MWh, was nach Multiplikation mit den entsprechenden Emissionsfaktoren 5.505 Tonnen an CO₂-Äquivalenten (CO₂e) entspricht. Die Emissionen verteilten sich wie folgt:
75 % auf Liegenschaften bzw. Gebäude,
17 % auf Arbeitswege,
6 % auf den Fuhrpark,
2 % auf Dienstreisen.
Darüber hinaus wurde eine Potenzialanalyse durchgeführt, um mögliche Reduktionsansätze für die Bereiche zu identifizieren. In einer Szenarienentwicklung wurde modelliert, wie sich die Emissionen bis 2045 entwickeln werden: Ein Referenzszenario, in dem keine Veränderungen vorgenommen werden, wurde einem Klimaschutzszenario gegenübergestellt, das Maßnahmen zur Emissionsminderung gemäß den ausgemachten Potenzialen umfasst.
Basierend auf diesen Analysen wurden konkrete Ziele und Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen abgeleitet. Die Maßnahmen wurden am Fachtag im März 2025 erarbeitet und gingen teilweise über die initial erhobenen Handlungsfelder hinaus. Zu beachten ist, dass es Limitationen im Projekt gab, da aufgrund der komplexen Strukturen und fehlender Daten nur ein Teil des gesamten THG-Fußabdrucks erfasst werden konnte.
Fazit
Das Klimaschutzkonzept bietet eine fundierte Grundlage für den DRK-Landesverband und seine Tochtergesellschaften, um konkrete Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und die Emissionen nachhaltig zu reduzieren, gemäß dem Slogan: „Gemeinsam im Sinne der Menschlichkeit für das Klima, weil Klimaschutz auch Menschenschutz ist.“ Die Ergebnisse der Energielenker halfen dabei, praxisnahe und zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln, die mittel- und langfristig einen positiven Einfluss auf den THG-Fußabdruck haben werden.
Partizipation bzw. begleitende Formate
Im Rahmen des zweijährigen Klimaschutzprojektes gab es verschiedene Beteiligungsoptionen und Formate, um Inhalte gemeinschaftlich zu erarbeiten. Die Beteiligung der Kolleg*innen von Anfang an – basierend auf bewährten Methoden des Landesverbandes Nordrhein – war entscheidend, um Akzeptanz und Engagement für praxisinformierte Klimaschutzmaßnahmen.
Projektgruppe
Die Projektgruppe besteht aus sieben Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen wie Hausverwaltung, IT, Haustechnik und Geschäftsführung des DRK-Tagungshotels. Sie trifft sich seit Mai 2024 in einem dreimonatigen Rhythmus, um projektrelevante Themen zu besprechen und schnell umsetzbare „Quick Win“-Projekte zu entwickeln. Im Zuge dessen wurden verschiedene Dinge besprochen und angestoßen, wie bspw. das Herunterfahren der Heizungsanlage im Sommer, der Umstieg auf 100% Ökostrom, energiesparende IT-Geräte und neue energiesparende Waschmaschinen. Diese während der Laufzeit umgesetzten, niedrigschwelligen Maßnahmen zeigen, wie durch regelmäßigen Austausch Schnittstellen erkannt und schnelle Erfolge erzielt werden können, die für alle sichtbar sind.
Sounding Boards
Die Sounding Boards sind ein weiteres Beteiligungsformat, bei dem die freiwilligen Klimaschutzbeauftragten (KSB) der Landesverbands-Abteilungen und Tochtergesellschaften online zusammenkommen. Die Treffen finden ebenfalls vierteljährlich statt. Sie dienen dazu, den aktuellen Projektstand zu vermitteln und die KSB aktiv in die Weiterentwicklung des Projektes einzubeziehen. Die KSB sind in ihren Bereichen Ansprechpartner*innen für Klimaschutzthemen und unterstützen bei Datenerhebungen und der Weiterleitung der Klimanews.
Halbzeitumfrage
Die Halbzeitumfrage via UmfrageOnline ergab, dass neun von 14 befragten Gesellschaften bereits Fortschritte im Klimaschutz erkennen, etwa durch energiesparendes Server-Management, pflanzenreichere Kantinenangebote oder den Bezug von Ökostrom. Alle Befragten befürworteten die weitere Verankerung des Themas Klimaschutz in den Verbandsstrukturen, da dies gesellschaftlich und ökologisch notwendig ist und die betriebliche Fürsorge verbessert. Gleichzeitig wurde der Bedarf an zusätzlichen Ressourcen für Finanzierung, Koordination und Umsetzung betont. Einige forderten klarere Vorgaben vom Landesverband sowie mehr Zeit und Wissenstransfer, während andere mehr Engagement und Unterstützung durch Führungskräfte wünschten.
Weitere Formate
Neben Projektgruppe und Sounding Boards gab es weitere Beteiligungsformate: Ein monatliches Lenkungsteam mit dem Vorstand bespricht wichtige Entscheidungen. Mitarbeitende werden durch Veranstaltungen, interne Informationsformate und die monatlichen Klimanews regelmäßig eingebunden. Auch das Ehrenamt wurde berücksichtigt, z. B. durch Unterstützung von Freiwilligen- und Ehrenamtstagen sowie Fortbildungen zum Klimaschutz.
Zusätzlich erfolgte Vernetzung in verschiedene Richtungen, z. B. mit anderen Klimaschutzmanager*innen über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI). Auf lokaler Ebene fanden Gespräche mit der Fachhochschule Münster und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) statt.
Darüber hinaus wirkt das Klimaschutzmanagement aktiv in Arbeitsgruppen des DRK-Bundesverbandes und der Landesarbeitsgemeinschaft Freier Wohlfahrtsverbände NRW mit. Ziel ist u.a. die Förderung gesetzlicher Refinanzierungsmaßnahmen für Klimaschutz.
Quick Wins bzw. umgesetzte Maßnahmen

Innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit wurden mithilfe der Projektgruppe verschiedene Quick Wins – d. h. schnell umsetzbare Projekte mit messbarer Wirkung und geringem initialen Aufwand – in den verschiedenen Handlungsfeldern umgesetzt.
Entwicklungsprozess innerhalb der Projektgruppe
Orientiert an der Good Practice des DRK-Landesverbandes Nordrhein e.V., trifft sich unsere begleitende Projektgruppe seit Mai 2024 quartalsweise. Sie besteht aus Expert*innen des DRK-Campus – des Landesverbandes, des Tagungshotel und der BBS – für verschiedene Fachbereiche mit Bezug zu den Handlungsfeldern: Management, Hausverwaltung und -technik sowie IT. Durch die Umsetzung von Quick Wins – schnellumsetzbare, sichtbare Projekte mit Wirkung – wurden bereits im Tagesgeschäft während der Konzeptphase erste Erfolge erzielt.
Die Quick Wins wurden aus der Praxis generiert und es wurde darauf geachtet, dass sie zum anvisierten gesamten Change-Prozess passen.
Beispiele für umgesetzte Quick Wins (Fachbereich bzw. verantwortende Stelle, Zeitpunkt)
Drosselung der Serverleistungen (IT, März 2024): Durch die Reduktion der Serverleistungen außerhalb der Stoßzeiten konnte der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden.
Heizungsanlage im Sommer abgeschaltet (Haustechnik, August 2024): Durch die Abschaltung der Heizungsanlage in den Sommermonaten wurde der Energieverbrauch reduziert.
Energiesparende Waschmaschinen und Trockner (DRK-Tagungshotel, August 2024): Die Installation von energiesparenden Geräten führte zu einer Reduktion des Energieverbrauchs.
Digitalisierung des Weihnachtskartenversands (Kommunikation, November 2024): Die Umstellung auf digitale Weihnachtskarten sparte Papier sowie Porto und reduzierte den ökologischen Fußabdruck.
Regulierung der Heizungsanlage (Haustechnik, November 2024): Die Heizungssteuerung wurde optimiert, um die Energie während des Tages effizienter zu nutzen.
Energieeffiziente IT-Geräte (IT, Dezember 2024): Einführung einer IT-Beschaffungsrichtlinie für Geräte mit maximal 15 Watt Stromverbrauch.
Wechsel zu Ökostrom (Hausverwaltung, Januar 2025): Der DRK-Campus, die BBS und das Logistikzentrum Nottuln beziehen nun 100% Ökostrom.
Blühwiese mit Insektenhotel (KSM, April 2025): Förderung der Biodiversität durch Schaffung einer Blühwiese mit Insektenhotel vor der Landesgeschäftsstelle.
Shared Desk(top)-Konzept (IT, Juli 2025): Entwicklung eines flexiblen Arbeitsplatzmodells zur besseren Nutzung von Büroflächen.
Fazit
Die Quick Wins haben nicht nur zur Einsparung von Emissionen und Ressourcen geführt, sondern auch zu effizienteren Prozessen und Kostensenkungen. Die Maßnahmen verdeutlichen, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und pragmatische Lösungen innerhalb kurzer Zeit erste Ergebnisse erzielt werden konnten. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Projekte zeigt, wie wichtig regelmäßiger Austausch und das Identifizieren von Synergien sind, um konkrete, sichtbare Veränderungen zu bewirken.
Lessons Learned
Unser Fazit zum Ende des zweijährigen Erstvorhabens und Hinweise auf zu vermeidende Fallstricke bei einem vergleichbaren strategischen Vorgehen finden sich hier. Unsere allgemeinen Tipps bzw. Schlagworte zum Thema gelingende Maßnahmenumsetzung lauten: Vernetzung, Kommunikation und Partizipation betreiben, eine Datengrundlage schaffen und pflegen, Pragmatismus leben sowie auf Fördermitteltöpfe hinweisen. Des Weiteren wurde deutlich, dass Lobbyarbeit notwendig ist, um die (Re-)Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in der Wohlfahrt sicherzustellen und rechtlich zu verankern, denn Regelungen zur Gemeinnützigkeit und die überwiegend reglementierte (Re-)Finanzierung ermöglicht aktuell nur geringen Spielraum.
Vernetzung
Innerhalb des Projektes war es zentral von Anfang an Vernetzung zu betreiben. Dies geschah zunächst intern, um zu erheben, was in unterschiedlichen Bereichen des Hauses bereits hinsichtlich Nachhaltigkeit und Klimaschutz getan wurde. Anschließend weitete sich die Vernetzung in Richtung der Tochtergesellschaften aus. Es wurden die die beiden Begleitformate des Projektes – die Projektgruppe und die Sounding Boards – basierend auf guter Praxis des DRK Landesverbandes Nordrhein etabliert, was für den Projekterfolg zentral war und den Praxisbezug sicherstellte. Danach wurde sich zusätzlich mit lokalen Stakeholdern ausgetauscht, wie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) oder der Fachhochschule Münster, bei welchen ebenfalls ein Erstvorhaben durchgeführt wurde. Darüber hinaus war auch der bundesweite Austausch innerhalb des DRKs zentral, ebenso wie jener auf Ebene der Wohlfahrtsorganisationen in NRW. Alle erfolgten Gespräche dienten dazu das Vorhaben in eine praxistaugliche Richtung zu lenken.
Kommunikation und Partizipation
Die Kommunikation innerhalb des Projektes erfolgte anhand von erprobten internen und externen Kommunikationsformaten, welche im Klimaschutzkonzept beschrieben sind. Darüber hinaus wurde das interne monatliche Newsletter-Format „Klimanews“ im Mai 2024 eingeführt, um Mitarbeitende des Landesverbandes und seiner Tochtergesellschaften über relevante Themen und Projektentwicklungen zu informieren sowie teilweise auch zur Partizipation anzuregen. In diesem Zuge wurde beispielsweise dazu aufgerufen Ideen für weitere Maßnahmen einzureichen, zur Aufnahme in den Maßnahmenkatalog des Konzeptes. Die Mitgestaltung der Mitarbeitenden wurde darüber hinaus über die bereits vorgestellten Begleitformate sichergestellt.
Datengrundlage
Eine möglichst umfassende Datengrundlage über den Energieverbrauch zu schaffen war essenziell, um eine erste Treibhausgasbilanz mithilfe der Energielenker – unserem externen Dienstleister – erstellen zu können. Hierbei wurden wir vor verschiedene Herausforderungen gestellt, wie beispielsweise unsere dezentralen Strukturen und damit einhergehende Ablagesysteme sowie zum Teil fehlende Daten. Dank der Zuarbeit der freiwillig engagierten Klimaschutzbeauftragten der Tochtergesellschaften und der Mitarbeitenden der Hausverwaltung des Landesverbandes konnten die notwenigen Daten für die Bereiche Liegenschaften und Mobilität weitestgehend zusammengetragen werden und wo nötig rechnerische Annahmen getroffen werden. Die Daten wurden anschließend von den Energielenkern ausgewertet und die damit einhergehenden Emissionen berechnet und modelliert. Der genaue Prozess und die damit einhergehenden Limitationen sind im Konzept nachzulesen.
Der Gesamtprozess zeigte nochmals auf, wie wesentlich eine vernetzte und einheitliche Ablage von Daten ist. Daten müssen kontinuierlich gesammelt und regelmäßig gepflegt werden. Für zukünftige Projekte ist es wesentlich frühzeitig relevante Daten und Kennzahlen zu definieren, klare Verantwortlichkeiten festzulegen sowie über eine Anpassung der Organisationskultur – z. B. durch die Anreicherung des Verhaltenskodex durch ökologische Aspekte – zu einer verstärkten Priorisierung und Identifikation mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz anzuregen.
Pragmatismus
Im Laufe des Projektes zeigte sich immer wieder, wie wichtig eine pragmatische Herangehensweise ist, um die „Kluft“ zwischen formalen, theoretischen Anforderungen von Seiten der Projektträgerin ZUG und der Praxis der verschiedenen Leistungsbereiche zu navigieren. Entsprechend wichtig waren regelmäßige Rücksprachen innerhalb der Begleitformate und mit anderweitigen Praktiker*innen, welche bereits ähnliche Herausforderungen erfolgreich gemeistert hatten.
Fördermitteltöpfe
Fördermitteltöpfe und Finanzierungsmöglichkeiten für potenzielle individuelle Klimaschutzmaßnahmen in der Hinterhand zu haben, war ebenfalls wichtig. Das Fördermittelwesen des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe unterstützte glücklicherweise dabei, geeignete Möglichkeiten auszumachen und bei Bedarf – bspw. Geschäftsführungen von Tochtergesellschaften – hierauf zu verweisen, wenn diese bspw. Mittel für Beschattungen ihrer Pflegegesellschaft ausfindig machen wollten, was dem Handlungsfeld Klimaanpassung zuzuordnen ist.
Lobbyarbeit
Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass im Laufe des Projektes deutlich wurde, wie wichtig es ist, die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer wieder gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen zu platzieren. Insbesondere, da die Finanzierung von Wohlfahrtsangeboten – wie z. B. von Pflegeeinrichtungen oder Kindertagesstätten – nicht unwesentlich von regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig ist. Durch den DRK-Bundesverband erfolgte eine durch die Landesverbände informierte Lobbyarbeit auf Bundesebene, um die (Re-)Finanzierbarkeit von Klimaschutzaktivitäten sicherzustellen und bei Novellierungen von relevanten Gesetzen einzubringen. Auf NRW-Ebene wurde und wird dies durch einen Zusammenschluss der Wohlfahrtsorganisationen angegangen, damit wir uns nicht kollektiv abhängen lassen.