Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßten die Präsidenten der DRK Landesverbände Westfalen-Lippe und Nordrhein, Dr. Fritz Baur und Dr. Alexander Schröder-Frerkes, die Gäste und betonten die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Politik, anerkannten Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen.
„Das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz ist für unsere vom Ehrenamt getragene humanitäre Arbeit von zentraler Bedeutung. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten das Miteinander im Gesamtsystem Katastrophenschutz weiter zu verbessern. Dafür braucht es aus unserer Sicht sowohl eine gesetzliche Helfergleichstellung als auch einen spürbaren Abbau bürokratischer Hürden“, so Dr. Baur.
„Angesichts der veränderten Bedrohungslage in Europa und Deutschland müssen Katastrophenschutz und Zivilschutz gemeinsam gedacht und nachhaltig finanziert werden. Nur so können die anerkannten Hilfsorganisationen ihren wirksamen Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge leisten“, sagte Dr. Schröder-Frerkes.
Bevölkerungsschutz gemeinsam stärken
In ihren Ansprachen gingen DRK-Präsident Hermann Gröhe sowie der Staatssekretär für Bundesangelegenheiten und Medien sowie Amtschef der Staatskanzlei Dr. Bernd Schulte auf die wachsende Bedeutung des Bevölkerungsschutzes und der humanitären Arbeit in Zeiten zunehmender Krisen und Unsicherheiten ein.
„Der Waldbrand nahe Düren hat vor einem Monat erneut gezeigt, was in unseren Bereitschaften steckt. Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um zu sagen: Wir sind dankbar für diejenigen, die dort gezeigt haben, wie viel Menschlichkeit in dieser Gesellschaft steckt, dass niemand in der Not alleingelassen wird. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz in Deutschland noch nicht ausreichend auf Schadenslagen größeren Ausmaßes vorbereitet ist. Wir müssen deutlich schneller vorankommen, damit wir im Ernstfall adäquat vorbereitet sind und schnell handeln können“, betonte DRK-Präsident Gröhe.
Ehrenamt als Fundament des Bevölkerungsschutzes
„Bevölkerungsschutz in Nordrhein-Westfalen wäre ohne das Ehrenamt schlicht nicht denkbar. Diese Frauen und Männer investieren sehr viel Zeit und Kraft, um für andere da zu sein. Oft nach Feierabend. Oft am Wochenende. Darum ist die Stärkung des Ehrenamtes für uns kein freundliches Begleitprogramm. Sie ist am Ende auch eine Frage der Sicherheit unseres Landes. Der Katastrophenschutz kann deshalb nur funktionieren, wenn Staat, Ehrenamt und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Und Nordrhein-Westfalen weiß, was es an den Menschen hat, die sich ehrenamtlich engagieren. Aber Wertschätzung darf eben nicht bei Dankesworten bleiben, sie muss sich praktisch zeigen. Darum investiert das Land Nordrhein-Westfalen erheblich in den Brand- und Katastrophenschutz in den kommenden Jahren“, sagte Staatssekretär Dr. Bernd Schulte
DRK und Hilfsorganisationen diskutieren veränderte Bedrohungslage
In der anschließenden Talkrunde diskutierten Staatssekretär Dr. Bernd Schulte, Dr. Harald Quix, Landesleiter Bergwacht des DRK Landesverband Nordrhein, und Uwe Krischer, Landesbeauftragter für Bevölkerungsschutz des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, über die Rolle des DRK und der weiteren anerkannten Hilfsorganisationen in NRW in einer sich verändernden Bedrohungslage in Deutschland und Europa.
Sommerempfang als Plattform für Austausch und Vernetzung
Beim anschließenden Empfang nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung. Der Sommerempfang des DRK in NRW gilt seit 2018 als wichtiger Treffpunkt für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wohlfahrtspflege und Ehrenamt und unterstreicht die gemeinsame Verantwortung für ein starkes und krisenfestes Nordrhein-Westfalen.
