Nr. 25
Jedes Jahr verlieren unzählige Menschen in bewaffneten Konflikten oder auf der Flucht jede Spur von ihren Angehörigen. Auch in Zeiten digitaler Vernetzung verlieren sich Menschen und brauchen Unterstützung bei der Suche. „Viele Familien, die auseinandergerissen wurden, finden dank der Arbeit des DRK-Suchdienstes wieder zueinander oder erfahren Gewissheit über den Verbleib ihrer Liebsten“, sagt der Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Fritz Baur, anlässlich des Internationalen Tags der Vermissten am 30. August 2026. „Wir werden unseren Einsatz für Vermisste und getrennte Angehörige engagiert fortführen, um möglichst viele Menschen wieder zusammenzuführen oder die Schicksale der Vermissten zu klären.“ Um ein Zeichen der Verbundenheit mit den Vermissten und ihren Familien zu setzen, beteiligte sich Baur für den DRK-Landesverband Westfalen-Lippe an der Aktion des DRK-Suchdienstes, der auch zum diesjährigen Tag der Vermissten bundesweit Vergissmeinnicht aussät.
Im Bereich der Internationalen Suche hat der DRK-Suchdienst im letzten Jahr bundesweit 1.841 vermisste Angehörige neu registriert. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 786 neu registrierte Vermisste. Die Hauptherkunftsländer der Suchenden waren Afghanistan, die Ukraine, Somalia, Syrien und Irak.
Bei den DRK-Suchdienstberatungsstellen in Westfalen-Lippe – in Bielefeld, Hamm und Olpe – liegen derzeit insgesamt 354 offene Suchanfragen vor. Die meisten davon haben Menschen gestellt, die aus Afghanistan, Guinea, Somalia, Syrien, Ukraine stammen und den Kontakt zu Angehörigen verloren haben.
Im Jahr 2025 konnten in Westfalen-Lippe 56 Suchanfragen abschließend geschlossen werden; 2026 waren es bislang 17 Fälle.
Über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erreichen den DRK-Suchdienst, der vom Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert wird, zudem weiterhin jedes Jahr tausende Anfragen von Angehörigen, die Gewissheit über die Schicksale ihrer Kriegsvermissten erlangen möchten. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 7.752 Suchanfragen bezüglich des Verbleibs von Kriegsvermissten des Zweiten Weltkriegs eingegangen.
Den Suchdienst in Westfalen-Lippe erreichten im Jahr 2025 insgesamt 42 neue „Nachforschungsanfragen Zweiter Weltkrieg“; davon konnten bisher fünf abschließend beantwortet werden. Aktuell verzeichnet der DRK-Suchdienst Westfalen-Lippe hier noch rund 200 ungeklärte Fälle.
