Nr. 30
Vom 13. bis 16. Oktober 2026 war der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe am DRK-Logistikzentrum Westfalen in Nottuln Gastgeber des diesjährigen rescEU-Logistiktrainings des DRK-Generalsekretariats. Haupt- und ehrenamtliche DRK-Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet trainierten gemeinsam die Planung und Durchführung grenzüberschreitender Hilfsgütertransporte.
Ein besonderer Schwerpunkt war der Praxistag am 15. Oktober, an dem ein Konvoi aus zehn schweren Lkw und einem Führungsfahrzeug eine mehrstündige Transportfahrt absolvierte.
Im Mittelpunkt stand ein realistisches Szenario: Ein größerer Hilfsgütertransport sollte über eine internationale Grenze hinweg in ein von einer Krise betroffenes Land gebracht werden.
Hierzu mussten die Einsatzkräfte nicht nur einen größeren Fahrzeugkonvoi koordinieren, sondern auch verschiedene Herausforderungen bewältigen, wie sie bei internationalen Hilfeleistungen auftreten können.
Transportvorbereitung in Nottuln: Die Fahrzeuge wurden mit Hilfsgütern beladen, die erforderlichen Transport- und Begleitdokumente vorbereitet und die gemeinsame Fahrt organisiert.
„Grenzübergang“ in Coesfeld: An einem eigens eingerichteten Kontrollpunkt wurde ein internationaler Grenzübertritt simuliert. Die Einsatzkräfte mussten die erforderlichen Dokumente vorlegen und sich den entsprechenden Kontrollen stellen.
Hilfsgüterübergabe in Haltern am See: Hier wurde die Ankunft im fiktiven Einsatzland und die Übergabe der Hilfsgüter am Bestimmungsort dargestellt. Auch die damit verbundenen organisatorischen und logistischen Abläufe waren Bestandteil des Trainings.
Konvoifahrt von Nottuln über Coesfeld, Gelsenkirchen bis Haltern am See: Während der gesamten Fahrt kam es auf die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den Fahrern, der Marschführung und den beteiligten Einsatzkräften an.
Die Stationen machten deutlich, dass ein grenzüberschreitender Hilfsgütertransport weit mehr ist als die reine Fahrt von A nach B. Unterschiedliche Dokumentationspflichten, Grenzformalitäten, Kommunikation und die Koordination zahlreicher Fahrzeuge müssen ineinandergreifen.
Krisen und Katastrophen machen nicht an Ländergrenzen halt. Wenn Staaten bei größeren Schadensereignissen auf internationale Unterstützung angewiesen sind, müssen Hilfsgüter schnell und zuverlässig über Grenzen hinweg transportiert werden können. Über den EU-Katastrophenschutzmechanismus können europäische Staaten ihre Hilfe koordinieren und Ressourcen gemeinsam bereitstellen. Das DRK beteiligt sich im Auftrag der EU-Kommission an dieser Zusammenarbeit unter anderem mit seinen logistischen Fähigkeiten, seinen Einsatzkräften und der Vorhaltung medizinischer Schutzbekleidung.
Doch allein die Verfügbarkeit von Hilfsgütern reicht nicht aus. Damit diese im Krisenfall tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, sind ausgebildete Einsatzkräfte, verlässliche Transportstrukturen und eingespielte Abläufe notwendig.
Genau deshalb muss trainiert werden, was im Ernstfall funktionieren soll. Nur wenn die Beteiligten bereits im Vorfeld Erfahrungen sammeln, Abläufe praktisch erproben und die Zusammenarbeit trainieren, können sie im Einsatz schnell, sicher und koordiniert handeln.
