Nr. 06
Mit Blick auf den kalendarischen Frühlingsanfang am 21. März bilanziert der Aktionskreis Kältehilfe des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe seine Einsätze in der Wintersaison 2025 / 2026. Die dem Aktionskreis zugehörigen DRK-Kreisverbände Bochum, Gelsenkirchen, Gütersloh, Herne und Wanne-Eickel, Recklinghausen und Wattenscheid haben an insgesamt 160 Einsatztagen 6 300 Mahlzeiten und 3 494 Kleidungsstücke ausgegeben. Damit wurde 5 487 Menschen geholfen.
„Am Anfang haben wir das Projekt Kältehilfe an allen Standorten gleich angelegt“, berichtet Landesverbandsvorstand Dr. Hasan Sürgit. „Dann haben wir gelernt, dass alle Teams unterschiedliche Ressourcen haben.“ Diese führten zu verschiedenen Konzepten.
So werden zum Beispiel die Mahlzeiten der Bochumer Kältehilfe im Seniorenzentrum des DRK-Kreisverbandes Bochum gekocht. Danach wird das Essen zu einem Stand am Bochumer Hauptbahnhof gebracht. Damit ergänzen die Bochumer die mobile Hilfe der Rotkreuzler des DRK-Kreisverbandes Wattenscheid, den Pionieren der Kältehilfe im DRK Westfalen-Lippe. Ihr Kältebus rückt abends aus, wenn die Temperatur den Gefrierpunkt erreicht hat bzw. darunterliegt. Das DRK Recklinghausen nutzt eine kirchlich getragene Einrichtung, um dort Mahlzeiten auszugeben und obdachlose Menschen zu betreuen.
Der Bus des DRK-Kreisverbandes Herne und Wanne-Eickel steht ganzjährig jeden Dienstagmittag an einem zentralen Ort im Stadtteil Wanne und bietet warme Mahlzeiten und Getränke an. Auch der Kältebus des DRK-Kreisverbandes Gütersloh fährt einmal pro Woche seinen Standort an. Die Helferinnen und Helfer des DRK Gelsenkirchen fahren einmal in der Woche zu Stationen in den Gelsenkirchener Stadteilen Buer, Horst und Erle, um Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen: einer warmen Mahlzeit, warmer Kleidung und Hygieneartikeln. „Besonders die warme Mahlzeit am Abend kommt gut an“, erzählt Katrin Dünker, die das Projekt von Beginn an betreute und aufbaute.
Alle im Aktionskreis Kältehilfe engagierten Gliederungen eint das Ziel, das Überleben von obdachlosen Menschen während der kalten Jahreszeit zu sichern bzw. akute Notlagen zu verhindern. Für alle Helferinnen und Helfer ist es eine große Freude, die Wirksamkeit ihres Engagements zu erleben. „Was mich sehr berührt, ist die große Freude und Dankbarkeit über selbstgestrickte warme Sachen“, sagt zum Beispiel Petra Strebel aus dem DRK-Kreisverband Recklinghausen. „Die Handarbeit vermittelt den Obdachlosen das Gefühl, dass sie wertgeschätzt werden. Herausfordernd finde ich, auszuhalten, dass nicht alle Obdachlosen Hilfe annehmen und jeden Montag das warme Essen und das heiße Getränk ablehnen.“
