Weiterführende Informationen zu Beiträgen der Ausgabe April 2020Weiterführende Informationen zu Beiträgen der Ausgabe April 2020

Ausgabe April 2/2020 Seite 6

  • Migranten nicht für Politik missbrauchen!

    Frauen, Kinder und Männer, die in die anhaltende humanitäre Krise an der Landesgrenze zwischen Griechenland und der Türkei, auf den griechischen Inseln und in der Ägäis verwickelt sind, dürfen nicht als „politisches Instrument“ eingesetzt werden, so Dr. Fritz Baur, Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe in einer Pressemitteilung des Landesverbandes vom 10. März 2020. „Diese von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) veröffentlichte Position hat unsere volle Unterstützung. Auch wir sind zutiefst besorgt angesichts der Zustände und befürchten eine weitere Eskalation.“ 

    Über die sich verschlechternde humanitäre Situation sagte IFRC-Präsident Francesco Rocca: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder und Familien Tränengas und Gewalt ausgesetzt sind oder ihr Leben in der Ägäis riskieren müssen. Wir werden angesichts dieser schlimmen humanitären Situation, die in den nächsten Stunden und Tagen noch schlimmer werden kann, nicht schweigen.“ 

    „Wir schließen uns der Forderung der IFRC gegenüber der EU und den nationalen Regierungen an, die politische Instrumentalisierung von Migranten zu vermeiden, um sicherzustellen, dass Asylsuchende im Einklang mit internationalen und EU-Gesetzen internationalen Schutz beantragen können“, so DRK-Landesverbandspräsident Baur. „In der Tat sollte der Zugang zu humanitärer Hilfe und grundlegenden Leistungen, einschließlich der Gesundheitsversorgung, allen Menschen, insbesondere Kindern und anderen schutzbedürftigen Gruppen, garantiert werden.“ i+t

  • KV Olpe: „Savegrabber“ aus dem 3D-Drucker

    „Wir wollen, dass sie gesund bleiben.“ Getreu diesem Motto haben sich die Sparkassen im Kreis Olpe gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Olpe zusammengeschlossen und den kleinen „Savegrabber“ (Sicherheitsgreifer) fertigen lassen. Mit der LEWA Attendorn und dem Unternehmen JIA3D von Fynn Heimes aus Oedingen sind zwei kompetente Partner mit im Boot, die mit ihren 3D Druckern für die Produktion sorgen.

    Savegrabber sind kleine Haken, die jeder ständig mitführen kann. Eine kleine Öse ermöglicht es, diese Hilfsmittel am Schlüsselbund zu befestigen und somit immer griffbereit zu haben. Mit dem Savegrabber kann man Türen öffnen und schließen, Lichtschaltern, Fahrstuhlknöpfen, Ampeln und ähnliches drücken, ganz ohne den Einsatz der Hände und Finger. „In Zeiten von Corona wollen wir auf möglichst großen Schutz der Menschen setzen,“ so Barbara Sander-Graetz vom DRK-Kreisverband. „Bei der Umsetzung war die Sparkasse sofort an unserer Seite.“

    Entwickelt wurde der Savegrabber vom Wiener Ingenieur Martin Stoiber, der die Datei für den 3D Druck kostenlos im Internet veröffentlicht hat. Nach dieser Vorlage entstehen derzeit die Savegrabber, die es in einer bunten Vielfalt gibt. „So bunt und vielfältig wie die Menschen“, ergänzt Ulrike Moritz von der Sparkasse ALK. Die LEWA Attendorn und auch JIA3D waren ebenfalls sofort bereit, diese Idee zu unterstützen und umzusetzen. Eine weitere Herausforderung war dann, die kleinen Helfer an den Mann und die Frau zu bringen. Doch auch hier zahlte sich Netzwerkarbeit aus. Mit der Verteilung durch örtliche Bäckereien wurde schließlich ein weiterer Baustein in der Hilfskette erschlossen. Inzwischen sind die Savegrabber in sieben Bäckereien im Kreis Olpe erhältlich. „Jeder sollte sich natürlich nur Savegrabber für seinen persönlichen Bedarf nehmen. Die Savegrabber sind kostenlos, aber natürlich nicht umsonst“, so die Initiatoren. „Mit Rücksicht und viel gutem Willen werden wir es schaffen, denn auch hier gilt: #gemeinsamdadurch.“ KV Olpe / i+t


  • Acht DRK-Einsatzkräfte aus Westfalen-Lippe begleiteten Rückkehrer aus China durch die Corona-Quarantäne

    Zwischen dem 9. und 23. Februar kümmerten sich ehrenamtliche DRK-Einsatzkräfte um 20 Rückkehrer aus der chinesischen Stadt Wuhan, die sich 14 Tage in einem Gebäude der DRK-Kliniken in Berlin-Köpenick in Quarantäne befanden. Ab dem 16. Februar wurden sie von drei ehrenamtlichen Helfern aus den DRK-Kreisverbänden Bochum und Tecklenburger Land unterstützt; am 20. Februar kam weitere Verstärkung aus Westfalen-Lippe dazu: Eine Rotkreuzlerin und drei Rotkreuzler aus dem DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein und ein Rotkreuzler aus dem DRK-Kreisverband Steinfurt versorgten gemeinsam mit den anderen Einsatzkräften in drei Schichtsystemen die Menschen in Quarantäne, kümmerten sich um ihre soziale Betreuung und die gegebenenfalls notwendige medizinische Hilfe. Die DRK-Einsatzkräfte wurden für diesen Einsatz von ihren Arbeitgebern freigestellt. 

    In seiner auxiliaren Rolle als nationale Hilfsgesellschaft unterstützt das DRK die Bundesregierung in den Bereichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Der DRK-Einsatz für die China-Heimkehrerinnen und –Heimkehrer erfolgte im Auftrag der Bundesregierung. Die bezirksübergreifende Koordination des Einsatzes übernahm die Senatsgesundheitsverwaltung. i+t

     

  • Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zu Gast beim JRK-Kreiswettbewerb in Recke

    „Erstaunliches Engagement“

    Mit einem „Raketenstart“ – laut aufstampfenden Füßen, klatschenden Händen und einem enthusiastischen Jubelschrei von rund 150 Kindern und Jugendlichen in der Aula der Dietrich-Bonhoeffer-Schule – hatte der Kreiswettbewerb des Jugendrotkreuzes (JRK) in den frühen Samstagmorgenstunden des 8. Februar begonnen. Auf den Gesichtern der Teilnehmer*innen waren dennoch keine Spuren von Müdigkeit, aber jede Menge Motivation und Aufregung zu erkennen. Zu Recht – denn die Ergebnisse des Kreiswettbewerbs entscheiden über den Sieger im Altkreis Tecklenburg und über die Qualifizierung für den Landeswettbewerb des JRK.  

    In den folgenden Stunden absolvierten zwölf Gruppen sechs Aufgaben in unterschiedlichen Disziplinen (Erste Hilfe, Spiel & Sport, Musisch-Kulturelles, Jugendrotkreuz-Spezifisches, Jugendrotkreuz-Wissen sowie Soziales). Bewertet wurden die Leistungen der Gruppen im Hinblick auf die Altersstufen (Bambini, Stufe 1, Stufe 2, Stufe 3) von fachkundigen Schiedsrichtern.

    Von dem Engagement der Jugendrotkreuzler*innen überzeugte sich auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, die der Einladung des Jugendrotkreuzes gefolgt war und sich im Rahmen ihres Besuchs einen Einblick in die Arbeit des JRK verschaffte. In Begleitung von Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier, dem Präsidenten des DRK-Kreisverbandes Tecklenburger Land Heinz Hüppe, dem Vorstandsvorsitzenden des Kreisverbandes Johannes Hille sowie JRK-Kreisjugendreferentin Jannike Reimold erlebte Karliczek unterschiedliche Disziplinen des Wettbewerbs. 

    In ihrer Ansprache an die Kinder und Jugendlichen lobte sie deren erstaunliches, ehrenamtliches Engagement und den unschätzbaren Wert des Teamgeistes. Dieser werde  im JRK aktiv gelebt und sei auch für die berufliche Zukunft jedes Einzelnen von hohem Wert. 

    Marc Alzen, Leiter der AG-Wettbewerbe, und JRK-Kreisleiterin Verena Wels zogen am Ende des Tages eine positive Bilanz: „Die Kids und Teens waren sehr motiviert und haben schon vor dem Wettbewerb viel in ihren Ortsgruppen geprobt. Das sieht man auch an den guten Ergebnissen.“  KV Tecklenburger Land / i+t

     

  • Mehr Kleidershops braucht das Land

    Moderne DRK-Kleidershops schenken ehemaligen Lieblingsstücken ein neues Leben, bieten Raum für Begegnung und spannende Möglichkeiten, sich ehrenamtlich im DRK zu engagieren. Aus diesem Grund fand am 13. Februar erneut die Gründerwerkstatt Kleiderläden statt. Hier gab es nicht nur theoretische Tipps, sondern auch einen spannenden Einblick in die Praxis. 

    Es gibt viele Fragen, die es der Gründung eines modernen DRK-Kleidershops zu klären gilt. Was ist ein guter Standort für meinen Kleiderladen? Haben wir überhaupt ausreichend potenzielle Kunden in unserer Gemeinde? Wie groß sollten unsere Räumlichkeiten sein? Wie richten wir unser Ladenlokal am besten ein? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es im Rahmen der zweiten Gründerwerkstatt Kleiderläden von zahlreichen Expertinnen und Experten aus dem Verband, die zum Teil schon über viele Jahre erfolgreich einen modernen Kleiderladen führen. 

    Vor knapp einem Jahr nahm auch Stefan Ebner vom DRK-Kreisverband Witten an der Gründerwerkstatt Kleiderläden teil. Heute ist der Kreisverband selbst stolzer Inhaber eines modernen Kleidershops. In der Zwischenzeit hatte sich der Kreisverband am gemeinsamen Gründungsprojekt mit Landesverband und BBS beteiligt. Authentisch und mit großer Begeisterung berichtete Stefan Ebner, wie der Kleiderladen Schritt für Schritt konkretere Formen annahm. Im Oktober 2019 war es dann so weit und der Kleiderladen konnte eröffnet werden: Mit neuen Ehrenamtlichen, mit zahlreichen Kleiderspenden und einer hohen Präsenz in der Wittener Innenstadt. 

    Auch für das Jahr 2020 hatten Landesverband und BBS ein gemeinsames Gründungsprojekt geplant. In Anbetracht der aktuellen Lage rund um das Corona-Virus wurde der Projektstart aber bis auf Weiteres zurückgestellt. Tobias Exner

     

  • DRK-Kreisverband Steinfurt: Georg Heflik verabschiedet

    Nach 27 Jahren als Geschäftsführer des Kreisverbandes Steinfurt verabschiedete sich Georg Heflik am 20. März in den Ruhestand. Seine Nachfolge trat der 38-jährige Maik Fedeler an.

    Das kreative Engagement Hefliks, der seine DRK-Laufbahn 1988 beim Landesverband begonnen hatte, wurde mit der Verdienstmedaille des Landesverbandes Westfalen-Lippe gewürdigt, überreicht von Dr. Hasan Sürgit, dem Vorstandsvorsitzenden des Landesverbandes. „Es gelang Ihnen, sowohl die wirtschaftliche Lage des Kreisverbandes zu stabilisieren als auch zu einem abgestimmten Zusammenwirken des hiesigen Kreisverbands und seiner Ortsvereine ausschlaggebend beizutragen“, so Sürgit in seiner Laudatio. „Heute unterstützen der DRK-Kreisverband Steinfurt und seine Ortsvereine als leistungsfähige Partner im Zeichen des Roten Kreuzes die Menschen im Kreis Steinfurt mit ihren Diensten und Angeboten.“

    Vor seiner Zeit beim Roten Kreuz in Steinfurt war Georg Heflik Mitarbeiter des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe. Am 1. Juni 1988 trat er seine Stelle als Leiter des damaligen Referats „Familien- und Altenhilfe“ in der Abteilung Sozialarbeit an.

    Als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Steinfurt brachte er sich über die Kreisgeschäftsführer-Tagungen bzw. die Sitzungen der VG Land hinaus in verschiedenen Zusammenhängen auf Landesverbandsebene engagiert ein: Von 2000 bis zum Jahr 2003 war er als beratendes Mitglied im Finanzausschuss tätig. Er arbeitete im Beirat der Deutsches Rotes Kreuz Bildungswerks des Landesverbandes Westfalen-Lippe gGmbH mit, engagierte sich in der damaligen AG Altstoffe und im Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit. i+t

Ausgabe 2/2020 - Seite 10

  • Erste-Hilfe-Aktion von WDR 2 und DRK in NRW

    Am 9. März war es soweit: In Kooperation mit den beiden DRK-Landesverbänden in NRW startete die Erste-Hilfe-Aktion „WDR 2 Lebensretter“. Rund um das Thema „Erste Hilfe“ gab es knapp eine Woche lang täglich Hörfunkbeiträge und Best-Practice-Beispiele. Krönender Abschluss der Aktion war die Verlosung von 1 000 Erste-Hilfe-Kursen, jeweils einzulösen bei einem der 67 DRK-Kreisverbände.

    Die Aktion war ursprünglich für den Zeitraum von zwei Wochen geplant, doch auch hier machte die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung.

    Mitte Februar war der Radiosender WDR 2 auf die DRK-Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe zugekommen, um gemeinsam in der Zeit vom 9.bis zum 21. März zwei Themenwochen unter dem Motto „WDR2 Lebensretter“ durchzuführen. Ziel der Aktion war es, möglichst vielen Menschen das Thema „Erste Hilfe“ näher zu bringen und sie für das (erneute) Absolvieren eines Erste-Hilfe-Kurse zu begeistern.  

    Hierzu stellte das DRK Experten und Expertise für Interviews und Wissen zum Thema „Erste Hilfe“ zur Verfügung. Angesprochen werden sollten Aspekte wie First Responder, Erste Hilfe in Schulen und viele weitere Themen rund um die Erste Hilfe. An drei Tagen im geplanten Zeitraum sollten WDR 2-Journalisten zusammen mit Erste-Hilfe-Profis des DRK unterwegs sein und mit Passanten zum Thema „Erste Hilfe“ ins Gespräch kommen. Für Westfalen-Lippe sollte dies in Paderborn stattfinden. 

    Für den 21. März war ein Aktionstag in der Münsteraner Innenstadt geplant. An diesem Samstagvormittag sollte es Live-Schalten zum gemeinsamen Stand von DRK und WDR 2 geben. Auch das WDR-Fernsehen wollte hierüber berichten. Präsentiert von WDR 2-Moderatoren und dem DRK vor Ort sollten die wichtigsten Handgriffe und Kenntnisse für den Ernstfall präsentiert werden. 

    Leider hatten die aktuellen Entwicklungen rund um das Corona-Virus auch Auswirkungen auf die Aktion „Lebensretter“. Der Sender teilte den beiden Landesverbänden mit, die Aktion vorzeitig - am 14. März – beenden zu müssen, da die dafür vorgesehenen Sendeplätze für die Berichterstattung rund um das Corona-Virus gebraucht würden. Damit entfielen nun auch bereits geplante Radiointerviews und Veranstaltungen wie die Städtetour und der Aktionstag in Münster.  

    Die Aktion war dennoch ein großer Erfolg: Der Radiosender verfügt nach eigenen Angaben über eine tägliche Reichweite von über 1 000 000 Menschen. Bereits in den ersten drei Tagen erhielten die Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe einen knapp 50-minütigen Zusammenschnitt der bisherigen Berichterstattung rund um Erste Hilfe und DRK. Auch in den Sozialen Medien hob WDR 2 die Wichtigkeit von Erster Hilfe hervor. Auf die Beiträge gab es zahlreiche Reaktionen und Kommentare Tobias Exner / i+t

  • DRK-Kreisverband Unna: Verlängerung für SofHi-Projekt

    Eine feierliche Staffelstabübergabe am Weltrotkreuztag vor fast genau einem Jahr, 12 Monate unterwegs mit dem Projekt-Maskottchen – dem kleinen weißen Stoffpferd „SofHi“ – bei den unterschiedlichsten Aktionen und Veranstaltungen vom Firmenlauf über Kita-Feste bis zum Weihnachtsmarkt, zu Gast in Kitas und Ortsvereinen und zum krönenden Abschluss ein großes Benefizkonzert – soweit der Plan für die einjährige Patenschaft des DRK-Kreisverbandes Unna für das Projekt SofHi (DRK-Soforthilfefond für benachteiligte Kinder).

    Doch dann kam das Corona-Virus und machte dem Planungsteam kurz vor der Zielgeraden einen Strich durch die Rechnung. Kein Konzert – und somit auch keine offizielle Staffelstabübergabe an den nächsten Paten-Verband.

    Doch einen Abschied so ganz ohne Abschiedsfest von dem kleinen weißen Stoffpferdchen und seiner Mission zur Unterstützung benachteiligter Kinder? Mit diesem Gedanken konnten sich die Verantwortlichen des DRK-Kreis- und Landesverband einfach nicht anfreunden. Deshalb geht das Projekt nun in die Verlängerung: DRK-Pferdchen SofHi wird ein weiteres Jahr durch den Kreis Unna touren und darauf aufmerksam machen, dass noch immer mehr als 16 % der Menschen in NRW durch Armut vom „normalen Leben“ ausgeschlossen sind und insbesondere Kindern und Jugendlichen so von Klein auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert wird.

    „Durch die schnelle und unbürokratische Förderung verschiedenster Aktionen – vom Schwimmkurs über die Ferienfreizeit bis zur Ausstattung behindertengerechter Spielflächen – wollen wir Kindern in Westfalen-Lippe ermöglichen „dazu zu gehören“ und gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft zu sein“, erklärt Nilgün Özel, Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe und Mitbegründerin des Hilfefonds.Und die Idee kommt an: „Gemeinsam mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Mitarbeiter*innen und der ehrenamtlichen Helfer*innen in den Ortsvereinen konnten in den letzten Monaten schon zahlreiche tolle Aktionen verwirklicht werden, um das Projekt in der Region bekannt zu machen und Spenden zu sammeln“, freut sich DRK-Kreisgeschäftsführerin Christine Scholl auf ein weiteres Jahr Patenschaft für den SofHi-Fond und viele neue kreative Ideen rund um das kleine weiße Stoffpferd „SofHi“. Das ist übrigens schon bestens für die „neuen Zeiten“ ausgestattet und geht künftig mit selbstgenähtem Mund-Nase-Schutz auf Tour. KV Unna

  • DRK-Familienzentrum „Weltweit" ist Literaturkita und Buchkindergarten: Paradies für kleine Bücherwürmer

    Im Familienzentrum Weltweit des Deutschen Roten Kreuzes werden Literatur, Vorlesen und Sprache großgeschrieben. Jetzt wurde die Kita für ihr Engagement als erste Kita in Bielefeld gleich doppelt geehrt: Sie erhielt die Zertifizierung als „Literaturkita“ und das 2019 erstmals vergebene Gütesiegel „Buchkindergarten“. 

    Für Kita-Leiter Jan-Henrik Stute stellt die Zertifizierung einen logischen Schritt dar. „Als Kita im Ostmannturmviertel, die von Kindern aus 25 Nationen besucht wird, ist Sprache und Sprachförderung für uns eine wichtige pädagogische Aufgabe, die im Kita-Alltag seit jeher viel Raum einnimmt.“ Monatelang bereitete sich sein Team vor, um die mit der Bewerbung verbundenen vielfältigen Anforderungen und Standards zu erfüllen. Dazu zählen neben der Zusammenarbeit mit Eltern und Büchereien, Fortbildungen für Mitarbeiter*innen und einem reichhaltigen Angebot an Bilderbüchern auch die Verankerung der literaturpädagogischen Arbeit im Konzept der Einrichtung. Daran haben alle 25 Mitarbeiter*innen der Kita mitgewirkt. 

    Literaturkita und Buchkindergarten zu sein, bedeutet für die 109 Kinder in der Kita ganz konkret, einmal im Monat in die Stadtbibliothek zu gehen, sich von Erzieher*innen und zwei Vorlesepat*innen vorlesen zu lassen oder an Buch- und Theaterprojekten teilzunehmen. Die Einrichtung bietet überall im Haus einen Platz zum Lesen, besonders aber in der mehr als

    2 000 Bände umfassenden Kita-Bibliothek. Diese wurde von der Bundestagsabgeordneten Wiebke Esdar jetzt offiziell eingeweiht. Das Lesen im digitalen Zeitalter komme oft viel zu kurz, stellt Esdar fest: „Lesen ist für die Kinder wichtig, weil es ihnen ermöglicht, zur Ruhe zu kommen, die Fantasie anregt und einfach Spaß macht. In der Kita entwickeln sich kleine und große Leseratten und haben dann ein Leben lang Freude am Lesen und Schmökern." 

    Die Bibliothek und alle Angebote rund ums Buch kämen bei Kindern und Eltern gleichermaßen gut an, berichtet Jan-Hendrik Stute. Jede Kita-Gruppe verfüge über einen Ausweis für die Kita-Bibliothek, um regelmäßig dort Bücher auszuleihen. Besonders beliebt sei bei den kleinen Bücherwürmern, den dazu genutzten Leserucksack auch vor dem Wochenende zu packen, um sich für diese Zeit einige Bücher auszuleihen. „Im morgendlichen Stuhlkreis stellen die Kinder dann das Buch vor, das ihnen am besten gefallen hat“. 

    Überhaupt komme man in der Einrichtung über Bücher jetzt noch mehr miteinander ins Gespräch, sagt Stute. In Erzählkreisen dürfen Kinder philosophieren, am wöchentlichen Spielzeugtag bringen sie jetzt auch ihre Lieblingsbücher mit und stellen sie in ihrer Gruppe vor. Der Kita-Leiter hebt die gute Kooperation mit der Jürmker Bücherstube hervor, in deren Rahmen etwa Elternabende zu Sprache und Lesen und eine jährliche Buchausstellung organisiert werden. Zudem wurde für die Eltern eine Buchtauschbörse eingerichtet. 

    Christopher Brandes, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Bielefeld, begrüßt die Förderung von Kitas durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“: „Frühe Sprach- und Leseförderung ist wichtig und notwendig, weil sie gute Bildungsvoraussetzungen für alle Kinder schafft.“ 

    Die Zertifizierung als Literatur-Kita wird vom LWL Bildungszentrum Jugendhof Vlotho in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft zur Förderung des Philosophierens mit Kindern verliehen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband das Gütesiegel „Buchkindergarten“. KV Bielefeld / i+t

  • DRK-Kreisverband Tecklenburger Land versiegelt 200 Altkleider-Container

    Der DRK-Kreisverband Tecklenburger Land hat seine 200 Altkleider-Container in Ibbenbüren und den umliegenden Kommunen versiegelt. Die Bürger werden gebeten, aussortierte Sachen vorerst zu Hause zu lassen. „Wir können nichts mehr gebrauchen“, sagt Johannes Hille, Vorstandsvorsitzender des DRK Tecklenburger Land.

    Ein Satz, der ihm vor der Corona-Krise sicher nicht über die Lippen gekommen wäre. „Früher war das immer unser Wunsch.“ Nämlich, dass die Altkleider-Container, mit deren Erlös auch ein Teil der DRK-Arbeit finanziert wird, gut gefüllt sind. Jetzt aber quellen sie über. Die Mitarbeiter mussten bereits in den vergangenen Wochen zahlreiche Kleider auch außerhalb der Container einsammeln.

    Zuletzt sei die Menge der Sachen, die in den Containern landeten – sonst etwa 100 Tonnen pro Monat – um ein Drittel gestiegen, sagt Hille. Offenbar nutzten die Menschen die freie Zeit durch die Corona-Maßnahmen zum Ausmisten ihrer Kleiderschränke. 

    Gleichzeitig sind durch die Corona-Krise die Altkleider im Ausland zurzeit kaum noch zu vermarkten. Das trifft auch den Abnehmer des DRK Tecklenburger Land, die Firma Geo-Tex mit Sitz in Quakenbrück und Melle. Sie hat ihre diversen Handelspartner deshalb gebeten, die Anlieferung „herunterzufahren“, wie Geo-Tex-Geschäftsführer Reinhold Tathe erklärt.

    „Wir versuchen, niemanden hängen zu lassen und unsere vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten.“ Bis dato sei das auch gelungen, obwohl Exporte kaum noch möglich seien und die Firma Kurzarbeit angemeldet habe. So geht zum Beispiel ein Teil der Altkleider nach Russland. „Dort herrscht seit dem 1. April der absolute Lockdown. Selbst wenn wir die Container dorthin bringen, dürften sie nicht entladen werden“, erklärt Tathe. Andere Exportmärkte würden noch funktionieren. Doch niemand in der Branche kann sagen, wie lange noch. Deshalb ist zurzeit weniger mehr.

    Beim DRK führt die schiere Menge der Kleider zu einem Transportproblem. Die Lkw-Container, die die Mitarbeiter auf einem Grundstück am Kranichweg mit den Altkleidern beladen, sind viel zu schnell voll, es fehlt an weiteren Transportmöglichkeiten. Und nur ein geringer Teil der Sachen kann in der Halle auf dem Gelände eingelagert werden. „Dann nehmen wir auch alle Säcke wieder zwei Mal in die Hand“, sagt Hille. Wegwerfen wolle man nichts, im Moment müsse die Altkleider-Annahme daher ruhen. Einzige Ausnahmen sind die beiden DRK-Shops in Ibbenbüren und Lengerich, die unter anderem auch die Bewohner in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge mitversorgen. Dort werden weiterhin Kleider angenommen, aber nur in Maßen.

    Altkleider einzulagern ist laut Reinhold Tathe selbst dann nicht so einfach, wenn der notwendige Platz zur Verfügung stehe. Allein schon wegen des Brandschutzes und weil Altkleider Abfall sind, braucht es dafür entsprechende Genehmigungen. Und: Bei den sogenannten „Störstoffen“, die neben den Kleidern in den Containern landen, wäre eine längere gemeinsame Lagerung „sehr unappetitlich“. Auf diese Weise „kontaminierte“ Kleider sind anschließend nicht mehr zu gebrauchen.

    Johannes Hille hat nun alle Bürgermeister der betroffenen Kommunen informiert und bittet die Bürger: „Leert die Schränke, aber bitte bringt die Sachen erst nach Corona in die Container.“ Der Annahme-Stopp bedeutet auch Einnahmeverluste. Bislang brachte der Inhalt der 200 Container dem Kreisverband im Jahr laut Hille eine fünfstellige Summe. KV Tecklenburger Land

  • Im Trend: Erste Hilfe am Hund

    Einige DRK-Gliederungen in Westfalen-Lippe planen, Kurse in Erster Hilfe am Hund anzubieten, andere führen diese bereits erfolgreich durch. So kann man beispielsweise beim DRK-Kreisverband Herne und Wanne-Eickel seit 2019 unter anderem lernen, wie man den „Fellnasen“ den Puls messen kann. Auch der DRK-Ortsverein Petershagen / Lahde und der DRK-Kreisverband Witten bieten die Erste Hilfe am Hund an. „Bei uns besteht immer ein großes Interesse an diesen besonderen Kursen“, betont Michael Vucinaj, Vorstand des DRK Witten.

    „Aktuell haben wir in Bielefeld ein solches Angebot nicht“, erklärte Christopher Brandes, der Vorstand des dortigen DRK-Kreisverbandes. „Wir planen aber solche Kurse für die Zukunft.“ Und auch Carola Muthmann, Abteilungsleiterin Ausbildung beim DRK-Kreisverband Hagen, versichert: „Wir sind sehr an diesen Lehrgängen interessiert und wollen sie gerne ins Programm aufnehmen.“

    „Im Schnitt besuchen acht bis zehn Personen unsere Kurse“, berichtet Dirk Orzessek, Erste-Hilfe-Ausbilder im DRK Herne und Wanne-Eickel. „Die Stimmung in diesen Kursen ist immer sehr gut. Das mag daran liegen, dass die Kurse Erste Hilfe am Hund aus freien Stücken und großer (Zu-)Neigung besucht werden und keine Pflichtveranstaltungen sind wie die Kurse für Führerscheinbewerber.“ Unter anderem wird geübt, wie man den Vierbeinern Verbände anlegt oder bei ihnen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführt. Die Teilnehmenden würden vor allem Fragen zur richtigen Handhabung der Maßnahmen und zur Erkennung bzw. Deutung von Symptomen stellen, sagt Dirk Orzessek. Auch juristische Themen – zum Beispiel Haftungsfragen – würden angesprochen.

    In Wanne-Eickel werden viele Übungen an einem echten Hund demonstriert, zum Beispiel  Hebetechniken. Dabei wird immer Rücksicht auf die Tagesverfassung der Hunde genommen. „Die Anwesenheit des Hundes und sein nicht immer kalkulierbares Verhalten führen in der Regel zu einer heiteren und manchmal sehr aufgelockerten Stimmung“, weiß Dirk Orzessek. i+t

  • Leitfaden Krisenkommunikation

    Im Einsatz für die Menschlichkeit und Hilfe allein nach dem Maß der Not: Die Wertschätzung, die das Deutsche Rote Kreuz in unserer Gesellschaft erfährt, basiert auf den Leistungen und dem Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und der hauptamtlich Mitarbeitenden. Sie sorgen dafür, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf die qualifizierten Leistungen der DRK-Gliederungen in Westfalen-Lippe und anderswo vertrauen. Das gute Ansehen des Deutschen Roten Kreuzes ist von höchster Bedeutung. Es ist der Grund, warum sich Menschen ehrenamtlich in unserem Verband engagieren, die Aufgaben des DRK mit Spenden und Förderbeiträgen unterstützen und mit ihren Blutspenden Hilfe leisten.

    Entsprechend wichtig ist eine positive Berichterstattung in den Medien. Kritische Aktivitäten von Lobbygruppen, Fehlverhalten von Mitarbeitenden und Mitgliedern oder kritische Anfragen von Medien können sich schnell zu einer medialen Krise ausweiten. Daher sollten in krisenfreien Zeiten entsprechende Vorbereitungen getroffen werden, um im Ernstfall professionell reagieren zu können.

    Um seine Kreisverbände bei diesem wichtigen Thema zu unterstützen, hat der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe am 29. Mai 2019 zu dem Workshop „Krisenkommunikation“ mit dem Journalisten und Medientrainer Tom Buschardt in das DRK-Tagungshotel Dunant eingeladen. Er informierte die Teilnehmenden über die Arbeitsweise und die Entscheidungswege von Medien, präsentierte anhand von Fallbeispielen Krisen-Abläufe sowie Krisensituationen im Medienkontakt und gab Handlungsempfehlungen.

    Anknüpfend an diesen Workshop hat der Landesverband am 23. September 2019 eine weitere Veranstaltung angeboten. Ina Ludwig, damalige Pressereferentin der DRK-Betreuungsdienste Westfalen-Lippe, Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West, und Claudia Zebandt, Pressesprecherin des Landesverbandes, haben dabei mit den Teilnehmenden aus Kreisverbänden Themen für eine Checkliste als Unterstützung der Rotkreuzgliederungen in Westfalen-Lippe in Sachen Krisenkommunikation erörtert.

    Die Ergebnisse wurden den Kreisverbänden in Form eines Leitfadens zum geplanten und strukturierten Handeln in einer medialen Krise und einer daraus abgeleiteten Checkliste in diesem Frühjahr zur Verfügung gestellt. i+t

     

Ausgabe April 2/2020 - Jugendrotkreuz Seite 13

  • Schlagfertigkeitstraining für Frauen

    Im Rotkreuzalltag passiert es gerade Frauen in Leitungspositionen, dass sie verbal angegriffen werden, aber stumm bleiben, weil ihnen erst später passende Antworten einfallen. Aus dem Netzwerktreffen der weiblichen Leitungskräfte und Aktive in AGs und Einsatzformationen des Landesverbandes entstand daher der Wunsch, ein Schlagfertigkeitstraining für Frauen anzubieten.

    Am 7. März zeigte Sprecherzieherin Sabine Schardelmann aus Rheine den 16 Teilnehmerinnen aus den verschiedenen Gliederungen im JRK und den Rotkreuzgemeinschaften Methoden, wie sie in Situationen mit verbalen Angriffen schlagfertig reagieren können, um den Provokateuren den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Dazu wurden in praxisnahen Rollenspielen Situationen analysiert, um das Gegenüber besser einzuschätzen und ruhig bleiben zu können. Gemeinsam wurden rhetorische Strategien entwickelt, um Grenzen zu setzen. So lernten die Teilnehmerinnen, sofort sachlich und fair zu antworten. Außerdem war es jeder möglich, eigens erlebte Situationen vorzustellen und gemeinsam mit der Gruppe konkrete Antworten zu erarbeiten.

    Gestärkt und mit vielfältigen Methoden im Gepäck sind die Rotkreuzlerinnen nun gewappnet für die nächsten Gespräche.